Licht und Schatten in meiner Morgenwelt

Guten Morgen, liebe Leser*innen,

Guten Morgen, liebe Welt,

ihr seid eins.

Wenn ihr im Licht steht, fällt hinter euch ein Schatten.

Bleibt in Bewegung wie meine Vorhänge im Wind!

Dann werden Licht und Schatten neu verteilt.

In Gedenken und Solidarität an:

  • die Opfer des Erdbebens in Paktika und Khost, Afghanistan
  • die Opfer der Anschläge auf eine LQBTIQ-Bar in Oslo
  • alle Frauen, die ungewollt ein Kind austragen müssen

Sonne und Mond

Sun and moon.

Wie kann es Kriege geben in einer Welt in der es eine Sonne und einen Mond gibt?

Such beauty, power and peace will always take my breath away.

Wie klein muss der Geist des Menschen sein?

Where have all the flowers gone?

Krieg. Das hatten wir doch schon alles tausend Mal. Das braucht doch wirklich keiner.

Promenade in den Sonnenuntergang
Mond in einer Sommernacht

Random thoughts I had yesterday night and this early morning. Humans are such a weird species. They are living in an amazing world without even realizing it. Instead they are focussing on what they don’t have and spend their time complaining about it. From demonstrating for peace to killing a neighbor it’s just a small step.

Wartezimmer

Zeitlos schön im Schaufenster

In einem Raum

Ist es sein Sinn

Zu warten

Bis ich Nächste bin

Die Zeit steht still und so auch ich

Eine Stimme flüstert

Warte nicht

Du bist jetzt in der Unendlichkeit

Nutze sie gut

Dann kommst du weit

Statt Nächste kannst du Einzige sein

Da ist die Tür

Tritt schnell herein

Hinein ins Licht

Und aus der Zeit

Bis jemand plötzlich “Nächste” schreit

Sie hat begonnen

Meine Zeit

Und sie läuft ab

Ich bin soweit

Ein Fahrrad für einen Fisch

Ich schreibe einen Brief an dich. In meinen Gedanken. Sobald mein Stift das Papier berührt, ist alles weg, was ich dir sagen will.

Ich schreibe ihn jeden Tag neu. Morgens, mittags, abends oder nachts. Voller Leidenschaft und Überzeugung. Durchdrungen von Identizität und Klarheit. Sein Inhalt ist nie der selbe, doch seine Botschaft immer die gleiche.

So überzeugt und engagiert formuliere ich, dass kein Zweifel zurückbleiben wird. Ich sage, was ich will, was ich wünsche, was sein muss, was sein kann. Stoppe mich, wenn sich das einschleicht, was nicht sein kann, was nicht sein darf. Nicht negativ sein. Nicht negativ werden.

Ich greife nach dem Stift und dann erschlafft meine Hand. Mein Kopf wird schwer. Mein Herz wird leer. Doch ich weiß, wie es ist und wundere mich nicht mehr.

Mein Unvermögen ist die traurige Gewissheit: Ich brauche diesen Brief nicht schreiben. Du lebst nicht in der Welt der Worte. Ein Brief an dich ist ein Brief für mich.

In welcher Sprache muss ich singen?

Überflutung

Morgens nach dem Aufwachen war mein Kopf noch voller Wörter und Worte. Nach dem Öffnen diverser Social Media Accounts, sind sie nahezu verschwunden. Die Geschichte von der Wespe flog mit ihrer Namensgeberin auf den Flur und verschwand in der Dunkelheit. Wie als Mahnung, meine Kreativität nicht ein zweites Mal zu verlieren, fliegt ihre Verwandte zum Fenster hinein. Ich wähne ein Wespennest in Nähe.

Doch zurück zu den verlorenen Wörtern. Sie mögen schön und interessant gewesen sein, sie hätten sich zu Geschichten geformt und es wäre am Beispiel der Wespe vermutlich um mein nacktes Leben gegangen. Doch jetzt führt mich dieses nervige Summen nur zurück zum dem, das mich noch viel mehr nervt: Die Überflutung mit Nichtigkeit. Da öffne ich mein E-Mail-Programm und habe zahlreiche E-Mails, die mein Postfach verstopfen und mich nicht interessieren. Nahezu alle Geschäftsmodelle der Internetzeitalter beruhen auf dem Aufdrängen von Inhalten. Du hast die Petition für eine Veränderung in der Klimapolitik unterschrieben? Prima, dann kannst du noch 135 andere Petitionen unterschreiben bis du genervt die Absendenden als Spam markierst. Was auch nicht immer gelingt, denn irgendwie schaffen es die Überfluter*innen oft, zurück in mein Postfach zu gelangen. Meine Aufmerksamkeit gibt Ihnen kaum eine Chance. Sie ist bereits in den Algorythmen von Instagram, Facebook und Co gefangen. Ich weiß nicht, ob ich mich je für Mütter interessiert habe, die mehrfach Zwillinge gebären, trotzdem aussehen wie Models und nichts anderes tun, als ihre Kinder in die Kamera halten, während die wechselnde Kleidungsstücke tragen. Trotzdem werden sie mir permament angezeigt, in 3-sekündigen Videoclips, designed um mein Gehirn zu vergiften und ihm jene letzte Konzentrationsfähigkeit abzutrainieren, die es noch besitzt.

Gute Dinge, wie Morgenkaffee und selbstgepflückte Erdbeere aus dem Garten

Natürlich kann mein bestes Selbst all diesem widerstehen, weil es weiß, was es will und was ihm gut tut. Mein bestes Selbst schreibt täglich in seinem Tagebuch, seine Gedichte und kleinen Anekdoten, fotografiert Alltag und liest viele Bücher. Es macht Yoga trotz kranker Schulter und kocht Porridge zum Frühstück. Es pendelt langsam zwischen Spannung und Entspannung, arbeitet auf den Punkt und ruht wie eine Meisterin. Es ist sozial, lebendig, spritzig und doch ganz bei sich.

In diesen Monaten bin ich jedoch nicht mein bestes Selbst sondern ein Selbst. Ich will dieses eine Selbst nicht schlecht reden geschweige denn schlecht schreiben. Es trägt mehrere Rucksäcke und Taschen voller Mörtel, Medikamente und Mist. Es muss Probleme lösen, die es nicht wert sind, um diese liegen zu lassen, die es wert sind. Zu kryptisch? Ich sag ja, dieses eine Selbst hat es in sich. Und es ist ein williges Opfer, sich in den Sog nichtigen Contents ziehen zu lassen. Stundenlang zu scrollen, um am Ende festzustellen, dass sich nichts verändert hat außer dass Lebenszeit weniger geworden ist.

Es ist eine komische Welt. Da verdienen die Firmen ihr Geld damit, dass sie uns mit ihrem Kram überfluten. Und wir sind zu platt, um etwas dagegen zu tun. Da opfern wir lieber unsere guten Geschichten.

Heights

Like heaven, like the sea

You’re storage is full

My mobile says to me

But I’m not listening

Taking pictures

Is my nature

Thinking ’bout things

Is my life

What I choose is my choice

What you hear is my voice

Just like heaven

The deep blue sea

Sweet like chocolate

Poetry

A song

Art and philosophy

How can someone have it all?

Oh, I don’t know

But if you search for someone

It’s me

It’s me

It’s me

Sittensen: Mehr Moor, weniger Kraniche

Bei 8 Grad und grauer Düsternis ist es nur an zwei Orten schön: Auf dem Sofa oder im Wald. Egal, wie schlecht das Wetter, wie trüb die Wolken, wie kalt der feine Nieselregen – im Wald stellt sich das Gefühl ein, dass alles gerade so richtig ist.

Auch wenn ich momentan wandere, ohne festzuhalten, wandere, ohne Kranichen zu begegnen, wandere, um Worte und Wirre im Wald zu verlieren, reizt es mich heute dann doch, Novembergrau auf durchallemeinewelten zu verewigen. Dieses Sofa, auf dem ich nach meinen geistigen Marathonläufen oft lande, ist zwar gemütlich, schützt aber nicht vor Melancholie. Ich verliere die Poesie meines Alltags in Serien, Podcasts, Hörspielen, Büchern. Die mich alle anregen könnten, aber in ihrer Masse am Ende langer Tage oft betäuben.

Es wird Zeit für einen Reim:

Im Wald, wo ich an den Beinen fror,

Dem Wald, wo ich Wirre und Worte verlor,

Der Wald, der Wege und Wagnis anbot,

Der zauberte mir meine Wangen rot.

Obst, Kerne, Pilze, Tiere

Und mehr. Im Herbst. In der Einsamkeit. Wenn die Sommerwandernden längst wieder drinnen sind, im Kino oder Café, findet man draußen Wind, Ruhe und ein paar Tropfen vom hellgrauen Himmel.