Need to be Sheep

You don’t need no longer

Your white dress

To hide

Wolf

You bit me

Long ago

But I saw you

Shivering

Grey beast

You feel

Like a sheep

Hiding a hunter inside

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Frühlingserwachen und Neujahrsansprachen

Warum ich den Winter nicht behalten kann,

will ich nicht hier nicht sagen.

Deswegen Licht auf meinen Frühling,

er beantwortet jetzt alle Fragen!

Frohes Neues Jahr, liebe Leserinnen und Leser und Vorbeistreifende. Ich nehme mir vor, die Welten mehr zu pflegen und ihre polierten Einblicke hier festzuhalten. Nennt man das nicht auch Psychohygiene? Die neue deutsche Gesundheitssprache ist auch bei mir angekommen. In diesem Sinne: Glück, Gesundheit und große Momente im Kleinen!

Vorzügliche Grüße,

SoylaNi

Silvestermorgen

Bilder von Sonne und Licht trocknen lassen an einem grauen Morgen, an dem der Regen zuverlässig unregelmäßig vom Himmel fällt. Es ist Silvester und Menschen bereiten sich auf den Jahresausklang vor. Wenn ich in Epochen denken würde, wäre ich froh, dass diese vorbei ist. Doch ich sehe mein Leben als einen verworrenen Zeitstrang, den ich nicht entknoten kann noch will. Wenn alles sortiert und kategorisiert vor einem läge, wie langweilig und profan wäre das Sein. Da male ich lieber noch ein Bild von Licht und wische die Regentropfen fort.

Schreien Wollen

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Der saubere Ekel, den ich empfinde,
ist nur natürlich, wenn ich schreibe.

Absurdistan,
auch wenn ich dich nie,
mit seinen Augen sah,
weiß ich genau,
die Gewalt ist hier,
die Gewalt ist da,
wo Menschen sich Menschlichkeit auf Fahnen schrieben,
bist du auf der Strecke geblieben,
als Rastplatz der Grausamkeit,
aus einer anderen Zeit,
und als mir das Blut so warm am Kinn herunterrinnt,
Stirbt im Niemandsland ein Kind.

Jetzt ist es still in diesem Raum,
die Tasten klappern leise,
Schreie hört man nicht,
wenn man sie schreibt.

Frau Mond fährt los

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Früher oder später spuckt einen das Loch wieder aus, in das man gefallen ist. Dann kommen einem plötzlich Ideen, die man lange abgetan hatte und Träume lassen sich mit Worten benennen. Vielleicht an einem Tag im Spätsommer an dem sich die Blätter vor Hitze golden kräuseln. Einem Tag, an dem weiße Schäfchen unschuldig am blauen Himmel grasen. Einem Tag, an dem das Telefon schweigt.

Es war so ein Tag, an dem Luna vom Sofa aufstand und ihr rostiges Fahrrad aufschloss. Der lange Sommerregen hatte ihm zugesetzt und der Schlüssel wollte sich zunächst nicht umdrehen lassen. Während sie an dem Eisenschloss rüttelte, zog sie die Blicke der Passanten auf sich. Ängstliche Übermütter mit sauberen Kleinkindern, Anzugträgermänner und Sonnenbrillenteenager musterten sie mit verstohlenem Interesse. Sie sahen eine Frau, die sich etwas nahm, das ihr gehört, waren aber noch nicht bereit gänzlich zu akzeptieren, dass dies seine Richtigkeit hatte. Wer sich energisch etwas anzueignen versucht, wird oft hinterfragt, wenn er nicht eine überbordende Selbstverständlichkeit an den Tag legt. Doch Luna war ins Leben katapultiert worden und sie hatte beschlossen, die Herausforderung anzunehmen. Mit ein wenig Spucke brachte sie das eingerostete Schloss zur Räson und der Schlüssel ließ sich herum drehen. Sie schwang sich auf den harten Sattel und drückt die rechte Pedale herunter.

Dann fuhr Luna los. Sie wusste nicht, wohin, genauso wenig wie dieser Text. Doch der Weg war das Ziel und jede Bewegung Mittel zum Zweck. Und ihre Haare wehten noch lange im Wind als die Sonne vom ersten Herbststurm abgelöst worden war. Vielleicht bis zum nächsten Schlagloch. Oder darüber hinaus.