Die Heimat – Ein Alexandriner

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Zurück in Bremen. Aus aktuellem Anlass ein Werk von 2008, das ich schrieb, nachdem ich aus Spanien zurückgekehrt war und zwei kleine Bremer Turmzimmerchen mit ockerfarbenem Teppich und Blick in die Ferne eingerichtet hatte.
Auch der schöne Fliegenpilz ist von 2008, passenderweise blüht gerade wieder einer. (Ja, ich weiß, Pilze blühen nicht, aber dieser schon :))

Die Heimat
Ein Alexandriner

Die Heimat schneidet scharf, mit tausend kleinen Messern,
Als hätte sie geahnt, ich kam, sie zu verbessern.
Ich kehrte doch zurück, in ihren kalten Schoß,
Drei Koffer trug ich bei mir, zwei kleine, einer groß.

Der Regen wurde stärker, die Messer waren spitz,
Ich brachte, was ich liebte, an irdischem Besitz,
Angst wollt ich nicht empfinden, doch ein Respekt war da,
denn nicht aus freien Stücken, ging ich in die Gefahr.

Was ich einst hatt’ verlassen, auf meiner hast’gen Flucht,
Lag da wie unverändert, ein Baum, Schlamm, Gras, die Bucht.
Als ich einen Blick wagte, kam Freude auf und Schmerz,
Die hingestreckte Hand, griff als Faust um mein Herz.

Die Mensch die ich kannte, sie war’n noch all zugegen,
Sie war’n die gleichen Leute, und fanden mich verwegen,
Mit zwei skeptischen Blicken, war ich dann abgetan,
für mich in meiner Kammer, fing jetzt der Neustart an.

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