Stehen und Bleiben

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Wo war ich stehengeblieben?
Nun sitze ich hier und weiß nicht.  Wo ich. Weitermachen soll. Ich?
Dieser Moment ist das, was ist.
Ist es nicht so? Was ist, wenn nicht dieser Moment?
Ich weiß nicht, wo ich bin. Aber hier ist. Etwas. Ich sehe Schneeflocken, Obst, ein geschlossenes Fenster. Ich höre die Heizung, die rauscht, die Teekanne, die summt, den Computer, der lüftet.
Ich sitze im Schneidersitz auf einem Holzstuhl. Wollte ich etwas essen? Wollte ich Kaffee trinken? Oder ist dieses Kaffeetrinken nur ein Automatismus von vielen, weil es vielleicht eine Vergangenheit gab, in der ich ihn lernte?
Was habe ich vergessen?
Ich weiß nichts über diesen Moment, wenn ich mich nicht an die Vergangenheit erinnere. Ich kann diesen Kaffee nicht trinken, ohne an die Zukunft zu denken. Ohne meinen Arm auszustrecken, die kalte Hand um den Porzellanbecher zu schließen, meinen Arm wieder zu beugen, den Becher an den Mund zu führen, den Kaffee hineinzugießen, das Heiße und Braune zu schlucken.
Ich sehe mich um. Sehe die Wände rundherum. Ein Raum. Ich bin drinnen. Bin. Was ist es bloß, das ich tun wollte? Alles, was ich habe, ist das Jetzt. Ich, das Jetzt. Jetzt, das Ich. Der Zeitpunkt, der nie vergeht.
Wo war ich? Stehengeblieben.

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