Lieben und Schreiben im Café Irgendwo

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Ich mag Menschen. Ich kenne Menschen und ich lerne neue kennen. Jetzt mehr als noch vor zehn Jahren. Ich möchte so gern über Menschen schreiben. Ihnen nah sein, sie sein. Ich liebe jeden Obdachlosen, der mit seinen offenen Beinen (ja, ich habe schreckliche Blessuren gesehen) auf der Straße liegt. Ich liebe die schöne Frau, die in ihren hautengen Hosen und ihren Stilettos über die Straße trippelt und mich verstohlen mustert. Ich liebe die magere Frau mit den blond gefärbten Haaren und Silikonbrüsten, die so sexualisiert und spiegelnd umher geht, als sei ihr Leben davon abhängig, Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich liebe dieses kleine, braungebrannte Mädchen, das gerade ein riesiges Schachspiel zu seinem Vater trägt. Ich liebe dieses Müslidreieck. Den Geschmack von Körnern und Zucker. Den Kaffee, der alles herunterspült. Das Gefühl in meinem Bauch, wie er sich langsam füllt, das Knurren verstummt. Und mir wird nicht langweilig, es zu schreiben. Ich liebe es, meinen Kugelschreiber über das dicke Papier zu führen, die dickflüssige Müdigkeit, die sich wie Honig über mich ergießt, kann mich nicht davon abhalten. Liebe ich mich? Heute sehr.

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2 thoughts on “Lieben und Schreiben im Café Irgendwo

  1. Its funny how a piece of ……… and coffee can say words without me understanding what you were saying
    It’s good to know that there are still things that can cross the language barrier without words being exchanged

    Liked by 1 person

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