Du bist schuld

Mein Computer und ich

Mein Computer und ich

Du bist schuld. Ich sitze hier. Mit trockener Kehle. Ich stehe nicht auf. Ich höre den Lärm meiner Musik. Das Kreischen des Sängers schmerzt in meinem Hals, ein wohliges Gefühl. Und auch wenn das Wasser nur zwanzig Zentimeter weit weg ist, ich gebe nicht nach. Du bist schuld.

Die Verbindung lässt nach. Warum sollte sie aufrecht sein, wen kann ich erreichen? Lachen, dieses Lachen von Graf Zahl aus der Sesamstraße. Schießt durch meinen Kopf. Schreiben unter Leidensdruck. Jetzt melancholisch. Lou Reed, Just a perfect day. For this perfect silence. Schön allein vorm PC. Das ist, was es ist. Sie ist wieder da, sie ist schwach. Nein, nicht sie! Die Verbindung. Hahaha, hahaha, hahahaha!

Der Tisch wackelt, der Wasser wackelt in seiner Flasche so verlockend klar und sauber. Würde den Staub töten, die Schwere davon spülen. Du kannst besser schreiben als ich. Sogar das.
Du hast ein Handy, aber auch nicht so sehr, dass ich dich anrufen könnte, wenn ich dich hören will, denn du bist unabhängig, bist nicht der Sklave deines Telefons, wer dich erreichen will, der wird dich schon erreichen. Ich kratze mir die Zunge mit den Zähnen, das fördert den Durst. Ich bleibe jetzt wach, verdammt, ich bleibe jetzt wach, ich bleibe wach, ich rufe dich an, bis du da bist, bis du ran gehst. Du bist schuld.

10 Jahre alt ist dieses Fragment. Hier flüchtig poliert als Shortstory. Ich mag’s. Der schöne, ehrliche Wahnsinn der Jugend. Noch verdammt nah.

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