Snooze

Inbetween

Inbetween

Heute Morgen bin ich erwacht. Dachte ich zunächst. Verwirrt. War ich wirklich wach? Ich drehte mich wieder um. Drückte die 5-Minuten-Taste meines Weckers. Der Wecker im Smartphone, der keine Tasten hat. Ich snoozte. Fiel zurück in den Wirbel aus Zuständen. Schlaf? Ich war mir nicht sicher.

Schon schossen Gefühle auf mich, zielten und trafen. Die Unruhe schlug im Herz ein. Nervosität im Atem. Ich fragte mich vorsichtig: „Wer bist du?“ Ich erhielt keine Antwort. Ich versuchte mich anzunähern. „Bin ich die von gestern?“ Ich war scheinbar eine Sie. „Eine nervöse Sie, mmh?“ versuchte ich freundlich zu sein. Mein Körper stimmte mir zu. Die Unruhe lief wie Motoröl aus meinem Herzen. Dickflüssig. „Was ist passiert?“ fragte der Verstand, der jetzt aufwachte und mich schräg von der Seite ansah. Ja, er war auch da. Aber wach? Ich wusste es nicht. Ich konnte seine Frage nicht beantworten. Sie verlor sich zwischen Bildern. Ich sah Menschen. Ich sehe immer Menschen. Die ich kenne, die ich nicht kenne. Die mir etwas sagen wollen, die mir nichts sagen wollen. So viele Menschen. Die es gibt. Von denen ich nicht weiß, ob es sie gibt.

Ich war wieder eingeschlafen. Es klingelte. Ich snoozte. Drehte mich wieder um. Auf die andere, bequeme Seite. Die nach kurzer Drehung wieder zu der einen, unbequemen Seite werden sollte. Ich stand auf einer Wiese inmitten von Eierschalen und Dotter. Ich sah dich. Und dich auch. Ihr habt euch über Vogelfang unterhalten und mich mit Eiern beworfen. Ich rief: „Hört auf damit!“ Du lachtest und sagtest: „Das sind doch nur Vogeleier. Eier. Eier. Eier.“ Und du? Warst auf einmal weg. Ich lief zu einer Rutsche und rutschte sie herunter. Alle klatschten als ich unten ankam. „Wir wollen dich!“ sagte ein Mann mit dunklen Locken und zerrt mich auf die Bühne. Ich konnte nichts sehen im Licht der Scheinwerfer. „Das Mikro!“ zischte das hübsche Mädchen mit dem riesigen Mund neben mir. „If I tell you, if tell now, will you keep on loving me…“, sang ich. „Schreib das mal auf!“ sagte meine Freundin genervt und gab mir einen Zettel und einen Stift. „Der Stift geht nicht, ich will singen!“ maulte ich. „Na gut, dann tanzen wir!“ sagte sie. Und wir tanzten zur Melodie meines Weckers.

Gestern ist wichtig. Aber es ist nur ein Teil. Es gibt so viele Träume. Und so viel dazwischen.

Ich weiß, ich bin ein Mensch-Mensch.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s