Bremer Wetter

Januar, nicht kalt, nicht warm, ein bisschen windig. Er hat seine Momente. Man muss sie nur finden.

Das ist alles etwas viel

Gar nicht so viel. Heute war Sonne.



Ich mache viel. Ich mache wenig. Ich bin ein Klotz. Ich bin ein König.

Gefangen im Raum zwischen den Gedanken der Einen und der Anderen über mich versuche ich herauszufinden, wie ich bin. Dann setze ich mich hin und schreibe. Ich möchte entscheiden, dass heute ein guter Tag war und ich viel geschafft habe. Doch die einen sind länger geblieben und die anderen früher aufgestanden. Dafür habe ich mich heute morgen krank gefühlt. Bin trotzdem zur Arbeit gegangen. Verwegen den Schmerz mit Kaffee hinunter gespült.

“Ich war noch nie krank”, höre ich die Stimme der einen.
“Ich bin selten vor 20 Uhr zu Hause”, sagt ein anderer.

Ich staune. Nie krank. Nie vor acht zu Hause. Da bin ich doch Schreiberin, Philosophin, Lebenskünstlerin und Allesversteherin, aber das bin ich nicht! Nie krank. Nie vor acht zu Hause.

Was ist das Besondere am Viel?

Es findet sich im Aufsichtsrat der DAX-Konzerne und im Schweigekloster. Im Sandkasten und im Seniorenkreis. Bei Rohköstlern und Alkoholikern.

Selbst die, die sich von ihm distanzieren, beschäftigen sich mit ihm. Was ist viel? Was ist zu viel?

Während ich noch versuche, mich heute Abend mit einem gut gemacht und genug gemacht zu beurteilen, trinke ich ein Glas Tee. Denke noch mal an die einen und die anderen.
Viele machen ziemlich viel.

5 Jahre Winterdepression?

Fünf Jahre ist es her, dass ich an einem grauen Januartag diesen Blogbeitrag schrieb. Umgeben vom inneren und äußeren Grau, doch fest entschlossen, etwas daraus zu machen. Wenn ich heute “Sechs persönliche Tipps gegen Winterdepression” lese, weiß ich, dass ich nicht wirklich weitergekommen bin. Aber ich habe mich auch nicht zurückentwickelt. Und so kämpfe ich weiter wie eine Donya Quijote gegen meine Windmühlen an. En garde!

Hier der Artikel von damals:


Sechs persönliche Tipps gegen Winterdepression

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Böse Zungen werfen meinem Dasein Inkonsistenz und Wankelmut vor. Doch das stimmt nicht! Es gibt Menschen, Gefühle, sogar Interessen, die mich seit langer Zeit begleiten. Hier und heute möchte ich eine meiner treuen Begleiterinnen vorstellen: Vorhang auf für die Winterdepression! Continue reading

Verehrte Leser*innen, heute ist der Übergang

Ein Spaziergang durch den Park, ein Moment, den man allein verbringt und doch mit vielen anderen Spaziergänger*innen teilt. Fuß vor Fuß. Den Blick gesenkt oder unstet streifend. Heute keine Gespräche mit Unbekannten. Die Feierlichkeiten von gestern sind Geschichte geworden. Das Neue ist noch nicht wirklich zu fassen. Der 1. Januar ist ein Schwebezustand, ein Zwischenraum. Die Kälte passt gut zu ihm. Sie verdeutlicht, dass jetzt etwas Anderes kommt. So will es die Kultur.

Verehrte Leser*innen, wenn Sie noch im Gestern verharren und ob des Morgens bangen, gehen Sie einmal raus! In die Schleuse des 1. Januar.

Im Hasbruch bei den Eichen

1000 Jahre Baum sein. Im Wald. Muss einen doch weise werden lassen.
All die Zeiten vorübergehen zu sehen und zu spüren, dass alles relativ ist.

Oder nichts.

Im Uhrwerk des Lebens, das noch keiner je verstanden hat.

1000 Jahre sein. Machen nicht weise. Aber doch etwas älter.

Schön ist’s beim Baum zu sein.