Mit anderen Augen gesehen

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„Ey, Mann, jetzt lass doch mal den Quatsch, du bist echt ein Kleinkind! Die Frau hinter dir hat schon Angst!“ Ein hübsches Mädchen im Bikini mit weißen Zähnen und dunklen Locken weist einen dunkelhaarigen Hünen mit einem Kreuz wie Herkules zurecht, der wie ein plumper Elefant durch das Wasser des Schwimmerbeckens pflügt und dabei eine Wasserfontäne an die Decke schießt. Sie sind ein schönes Paar wie sie schon eine Weile durch das Becken tollen, Ballspielen, sich jagen und sich gegenseitig ins Wasser werfen. Immer abgemildert durch ihre mahnenden Worte. Ihre Sprache ist derb, ohne plump zu wirken. Sie kann sich ausdrücken und sie weiß es mit all dem Selbstbewusstsein eines Kindes, das sich sowohl auf der Straße als auch in der Schule zu behaupten weiß. Er wirkt wie ein riesiger Teddybär und neben all der aufgesetzten Coolness, die er noch eben an den Tag legte, als ich abgedrifteten Wasserball aus meiner Schwimmbahn zu ihm zurück beförderte, gibt es nur eine Person in der Schwimmhalle, die ihn interessiert. Sie ist seine Traumfrau, er himmelt sie an. Wirft sich immer wieder wie ein Walross mit ungelenken Sprüngen neben ihr ins Nass, einzig und allein um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Wenn sie ihn spielerisch spöttisch ermahnt, glänzen seine Augen und er lacht idiotisch. Jetzt dreht er sich überrascht um und ich mich fast mit bis ich begreife. Die Frau, die Angst hat, bin ich. Während ich versöhnlich grinse und weiter meine Bahnen schwimme, denke ich an die beiden und verstehe, dass ich einer anderen Generation angehöre. Ich bin eine Frau.
Angst habe ich aber nicht.

Brown And Green

In april the cold and cloudy days are coming back. There is no choice. Feel the shivering, the humidity, the loneliness. Roads of life can be straight but endless. Roads of life are brown and green.

Donald Trump or At The Bus Station

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It is snowing in Bremen. In November, weird somehow. To see red leaves hanging under a heavy coat of snow. I’m standing at the bus station when a message arrived to my mobile.

“Donald Trump is president of the United States.”

Oh.

Next too me is a beautiful girl walking up and down, she is talking on the phone. When I hear her perfect american english, I start to listen. Some details stay in my mind.

“I heard it and I was like… Oh my god!”

“Yeah, absolutely!”

“I am a non violent person. So that is why I cannot support him.”

“For sure, I know, maybe when he killed their daughter, that they would want the death penalty but what do you think is worse? To die or to stay in a cell?”

“You know, what I’m gonna do now? I will bring Christmas decoration to work! I got so nice stuff, one of these big stars…”

“Nooooo, I got the wrong bag! I grabbed a bag full of plastic bags. Booohhhh, I want to cry!”

I think, she is really nice. Like you and me. Living an easy life.

The bus comes.

I forget her.

Morgen

Nach einer unruhigen Nacht voller dunkler Spitzen eines Lebens, das ich nicht verstehe, ist es der Morgen, der mich ruhig werden lässt. Innerlich aufgewühlt ist es der Streifen am Horizont, der mir im Chaos eine Linie gibt. 

Siehst du nicht, was hinter den Wolken kommt? 

Während ich ob der Banalität noch grüble, ob ich eine solche Banalität annehmen kann, finde ich die Situation in kürzester Zeit verändert vor. Ich habe die Fäden nicht in der Hand. Doch solang der Wind weht, kann ich auf seinen Wellen reiten. Solange das Meer schweigt, kann ich noch schlafen. Und im Sonnenlicht kann ich sein, wer ich bin.

Ich bin hier im Urlaub auf Helgoland. Urlaub ist das Gefühl trotz weichem Hotelbett und schnarchenden Horden im  Nebenzimmer zu frühester Stunde gut gelaunt den Tag zu beginnen. 

Bilder folgen, hier der Vorgeschmack dieses Morgens auf dem Balkon.


Everybody wants to be a cat