Gedichte dürfen alles – Eine Liebeserklärung

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Warum liebe ich Gedichte?
Mehr schreiben als lesen,
mehr aufsagen als lernen?

Gedichte sind freier als der Wind, der oft nur aus einer Richtung blasen kann. Sie kennen Grammatik, doch sie brauchen Sie nicht. Sie sprechen unsere Sprache, doch auch viele andere. Jede Zeile ist eine neue Entscheidung, der Beginn von etwas ganz Großem oder belanglos klein. Vornehm oder rotzig kommen Sie daher.

„Darf ich Sie bitten, völlig losgelöst herauszulassen, was Ihre Gedankenwelt sprengt?“

„Schreib, du Arschloch, schreib die Strukturen ein! Schreib die Gesellschaft klein! Frei musst du sein!“

Das Gedicht als Form für die Spinner sich zu verwirklichen und der großen, ganzen Weltorganisation nicht auf den Sack zu gehen. Fäkalsprache oder Schönschrift, alles gratis. Wählen Sie ihre Gefühle aus einem reichen Angebot.
Gezähmter Mensch aus dem Land der tausend Gesetze braucht eine Erlaubnis, um frei zu sein.

Doch als eine von ihnen, den Irren und Wirren, die sich an dem, das da ist abarbeiten, bis sie erschöpft zusammenbrechen, kann ich nur jauchzen und frohlocken, wenn ich reime und schreibe und weine, zusammensetze und tausche, von oben nach unten, von rechts nach links:

Dichten muss ich,
Dichten,
Ich brauche keine Geschichten
Ich brauche keine Worte,
Keine Orte, keine Zeit,
Ein neuer Stift,
Kein neues Kleid
Egal, was kommt
Ich bin bereit
Frei
Wofür
Alles
A B c
1 2 3
🙂

Gedichte dürfen alles?
Gedichte können alles!
Darum liebe ich sie.

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Frühlingsmotiv

Ich laufe auf gräsernem Glück

Finde Butterblumen und pflücke sie nicht

Wind und Sonne und Schatten und Licht

Die, die eure Sprache spricht

Bin heute ich

Rausgepresst

Aus meiner Mitte entspringt ein Schmerz,

Der sich sprudelnd laut ergießt,

Den Staub von meinem Körper spült,

Die Starre je beenden lässt,

Und mein Sein erinnern soll,

Was sich heute Leben nennt.

(Die geschätzte Leserin, der vorzügliche Leser mögen mir meine winterlichen Impressionen an diesem Tag im Mai verzeihen. Der Kunst hat immer Recht.)

Streit

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Streit ist nicht wie Gewitter. So kraftvoll und klar, so eindeutig, unmissverständlich. Sodass man weiß, woran man ist. Wenn dann die Ströme des Regens einsetzen, sind sie nicht wie Tränen. Nichts unterdrückt sie, niemand hält sie auf, wenn sie die Straßen und Wiesen, Häuser und Kühe herunterrinnen, bis der Wind sie versiegen lässt und die Wolken von dannen scheucht. Die Sonne ist kein Taschentuch, sie trocknet nicht nur die Oberfläche, sondern wärmt bis in Glieder und Wurzeln. Jeder Strahl eine Urkraft, jeder Schatten eine Zuflucht. Fliehen und endlich ankommen.

Ich wünschte Streit wäre wie Gewitter.

Frühlingserwachen und Neujahrsansprachen

Warum ich den Winter nicht behalten kann,

will ich nicht hier nicht sagen.

Deswegen Licht auf meinen Frühling,

er beantwortet jetzt alle Fragen!

Frohes Neues Jahr, liebe Leserinnen und Leser und Vorbeistreifende. Ich nehme mir vor, die Welten mehr zu pflegen und ihre polierten Einblicke hier festzuhalten. Nennt man das nicht auch Psychohygiene? Die neue deutsche Gesundheitssprache ist auch bei mir angekommen. In diesem Sinne: Glück, Gesundheit und große Momente im Kleinen!

Vorzügliche Grüße,

SoylaNi

Schreien Wollen

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Der saubere Ekel, den ich empfinde,
ist nur natürlich, wenn ich schreibe.

Absurdistan,
auch wenn ich dich nie,
mit seinen Augen sah,
weiß ich genau,
die Gewalt ist hier,
die Gewalt ist da,
wo Menschen sich Menschlichkeit auf Fahnen schrieben,
bist du auf der Strecke geblieben,
als Rastplatz der Grausamkeit,
aus einer anderen Zeit,
und als mir das Blut so warm am Kinn herunterrinnt,
Stirbt im Niemandsland ein Kind.

Jetzt ist es still in diesem Raum,
die Tasten klappern leise,
Schreie hört man nicht,
wenn man sie schreibt.