Mit anderen Augen gesehen

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„Ey, Mann, jetzt lass doch mal den Quatsch, du bist echt ein Kleinkind! Die Frau hinter dir hat schon Angst!“ Ein hübsches Mädchen im Bikini mit weißen Zähnen und dunklen Locken weist einen dunkelhaarigen Hünen mit einem Kreuz wie Herkules zurecht, der wie ein plumper Elefant durch das Wasser des Schwimmerbeckens pflügt und dabei eine Wasserfontäne an die Decke schießt. Sie sind ein schönes Paar wie sie schon eine Weile durch das Becken tollen, Ballspielen, sich jagen und sich gegenseitig ins Wasser werfen. Immer abgemildert durch ihre mahnenden Worte. Ihre Sprache ist derb, ohne plump zu wirken. Sie kann sich ausdrücken und sie weiß es mit all dem Selbstbewusstsein eines Kindes, das sich sowohl auf der Straße als auch in der Schule zu behaupten weiß. Er wirkt wie ein riesiger Teddybär und neben all der aufgesetzten Coolness, die er noch eben an den Tag legte, als ich abgedrifteten Wasserball aus meiner Schwimmbahn zu ihm zurück beförderte, gibt es nur eine Person in der Schwimmhalle, die ihn interessiert. Sie ist seine Traumfrau, er himmelt sie an. Wirft sich immer wieder wie ein Walross mit ungelenken Sprüngen neben ihr ins Nass, einzig und allein um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Wenn sie ihn spielerisch spöttisch ermahnt, glänzen seine Augen und er lacht idiotisch. Jetzt dreht er sich überrascht um und ich mich fast mit bis ich begreife. Die Frau, die Angst hat, bin ich. Während ich versöhnlich grinse und weiter meine Bahnen schwimme, denke ich an die beiden und verstehe, dass ich einer anderen Generation angehöre. Ich bin eine Frau.
Angst habe ich aber nicht.

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Holidays in Lübeck

Starting with the atmosphere. Streets from an ancient time where you can hide at night behind a corner with a beating heart from your own shadow. And then again: Bricks! Backstein!

Take a coffee, find an art gallery, eat an expensive ice cream. Welcome to Lübeck!

You can find here: Marienkirche, Heiligengeist Hospital, River Trave, Holstentor and many more. 🙂

Im Schrank ist etwas liegen geblieben

Ich dachte lange Zeit, sie würden noch kommen, die besseren Tage. Vielleicht war das eine Art Selbstschutz, vielleicht nur eine positive Lebenseinstellung. Dann sind sie mir abhandengekommen. Wohl vergraben unter einem Papierstapel, Rechnungen und Einwurfsendungen, Einkaufszetteln und Randnotizen. Dann habe ich sicher aufgeräumt. Wichtiges ins Regal gestellt, Unansehnliches im Schrank verstaut, Überflüssiges aufgewischt. 

Die Tage hätte ich nicht aufgewischt. So viel steht fest. Ich hätte es nicht übers Herz gebracht. Da ich sie im Regal aber nicht sehe, zwischen all den unzufriedenen Büchern, müssen sie im Schrank sein.

Ja, sie sind ganz bestimmt im Schrank! Ich werde nachsehen. Vielleicht schon morgen.

Ein neues Design

Es hat gedauert, aber ich habe ein neues Design gewählt. Dabei habe ich mich nicht kreativ betätigt, sondern vielmehr  Dinge stumpf durchgeklickt in der Hoffnung, dass mir irgendetwas spontan gefiele und dann entnervt aufgegeben. Aber ich mag mein Foto. Außerdem wird Form eh überbewertet, nicht wahr? Was zählt, ist der Inhalt.

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So schreibe ich mir durch die kalten, wechselhaften Tage, die eigentlich schön sind mit ihrer Sonne, die kitschig in Regentropfen glitzert. Solange ich mir keine Inhalte traue, werde ich weiter an der Form feilen.