Das ist alles etwas viel

Gar nicht so viel. Heute war Sonne.



Ich mache viel. Ich mache wenig. Ich bin ein Klotz. Ich bin ein König.

Gefangen im Raum zwischen den Gedanken der Einen und der Anderen über mich versuche ich herauszufinden, wie ich bin. Dann setze ich mich hin und schreibe. Ich möchte entscheiden, dass heute ein guter Tag war und ich viel geschafft habe. Doch die einen sind länger geblieben und die anderen früher aufgestanden. Dafür habe ich mich heute morgen krank gefühlt. Bin trotzdem zur Arbeit gegangen. Verwegen den Schmerz mit Kaffee hinunter gespült.

“Ich war noch nie krank”, höre ich die Stimme der einen.
“Ich bin selten vor 20 Uhr zu Hause”, sagt ein anderer.

Ich staune. Nie krank. Nie vor acht zu Hause. Da bin ich doch Schreiberin, Philosophin, Lebenskünstlerin und Allesversteherin, aber das bin ich nicht! Nie krank. Nie vor acht zu Hause.

Was ist das Besondere am Viel?

Es findet sich im Aufsichtsrat der DAX-Konzerne und im Schweigekloster. Im Sandkasten und im Seniorenkreis. Bei Rohköstlern und Alkoholikern.

Selbst die, die sich von ihm distanzieren, beschäftigen sich mit ihm. Was ist viel? Was ist zu viel?

Während ich noch versuche, mich heute Abend mit einem gut gemacht und genug gemacht zu beurteilen, trinke ich ein Glas Tee. Denke noch mal an die einen und die anderen.
Viele machen ziemlich viel.

Meine Lieben

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Meine Lieben
Lieben nicht
So wie ich

Müssen meine Lieben
Mich nicht
Heiß und innig lieben?

Liebend gerne
Liebe ich
Wenn meine Lieben
Lieben mich

Ist meine Liebe übertrieben?
Nein!
Was ist uns sonst geblieben?
Als dieses Lieben
Dieses Leben
Liebe geben
Leben lieben
Drum rufe ich laut
Hiergeblieben
Meine Lieben
Denkt an eure Pflicht
Als meine Lieben
Müsst ihr lieben
Sonst liebe ich
Euch nicht

Doch
Meine Lieben
Lieben nicht
So wie ich

Sind am Ende
meine Lieben
meine Lieben
nicht?