Es klopft


Klopf Klopf
Dass das, was einst so schön
Beängstigend nun ist
Hätte ich nie gedacht
Klopf Klopf
Mein Herz
Schlägt schnell
Doch Liebe ist
Sein Motor nicht
Klopf Klopf
Die Tür
Wer ist es nur
Der nicht mehr zu mir spricht

Sturmereprobt

Wir haben schon alles gesehen

Uns doch nie fortbewegt

Wir können den Wind verstehen

Der durch unsre Äste fegt

Besucht uns das Wasser im Sturm

Bringt es so manches Stück

Spült es um unseren Turm

Und trägt es wieder zurück

Schweigende Zeugen am Deich

Bei Tage und bei Nacht

Wir sind einander gleich

Wer hätte das gedacht

Gedichte dürfen alles – Eine Liebeserklärung

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Warum liebe ich Gedichte?
Mehr schreiben als lesen,
mehr aufsagen als lernen?

Gedichte sind freier als der Wind, der oft nur aus einer Richtung blasen kann. Sie kennen Grammatik, doch sie brauchen Sie nicht. Sie sprechen unsere Sprache, doch auch viele andere. Jede Zeile ist eine neue Entscheidung, der Beginn von etwas ganz Großem oder belanglos klein. Vornehm oder rotzig kommen Sie daher.

„Darf ich Sie bitten, völlig losgelöst herauszulassen, was Ihre Gedankenwelt sprengt?“

„Schreib, du Arschloch, schreib die Strukturen ein! Schreib die Gesellschaft klein! Frei musst du sein!“

Das Gedicht als Form für die Spinner sich zu verwirklichen und der großen, ganzen Weltorganisation nicht auf den Sack zu gehen. Fäkalsprache oder Schönschrift, alles gratis. Wählen Sie ihre Gefühle aus einem reichen Angebot.
Gezähmter Mensch aus dem Land der tausend Gesetze braucht eine Erlaubnis, um frei zu sein.

Doch als eine von ihnen, den Irren und Wirren, die sich an dem, das da ist abarbeiten, bis sie erschöpft zusammenbrechen, kann ich nur jauchzen und frohlocken, wenn ich reime und schreibe und weine, zusammensetze und tausche, von oben nach unten, von rechts nach links:

Dichten muss ich,
Dichten,
Ich brauche keine Geschichten
Ich brauche keine Worte,
Keine Orte, keine Zeit,
Ein neuer Stift,
Kein neues Kleid
Egal, was kommt
Ich bin bereit
Frei
Wofür
Alles
A B c
1 2 3
🙂

Gedichte dürfen alles?
Gedichte können alles!
Darum liebe ich sie.

Schreien Wollen

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Der saubere Ekel, den ich empfinde,
ist nur natürlich, wenn ich schreibe.

Absurdistan,
auch wenn ich dich nie,
mit seinen Augen sah,
weiß ich genau,
die Gewalt ist hier,
die Gewalt ist da,
wo Menschen sich Menschlichkeit auf Fahnen schrieben,
bist du auf der Strecke geblieben,
als Rastplatz der Grausamkeit,
aus einer anderen Zeit,
und als mir das Blut so warm am Kinn herunterrinnt,
Stirbt im Niemandsland ein Kind.

Jetzt ist es still in diesem Raum,
die Tasten klappern leise,
Schreie hört man nicht,
wenn man sie schreibt.

Weihnachtsfeier

Während wir
Zusammen sind
Reißen wir
Uns zusammen

Weihnachten
Oh, Weihnachten
Du verlierst nie
Deinen Sinn

Allein in der Mystik
Finden wir Glück
Vor dem Großen-Ganzen
Tritt unser Kopf zurück

Weihnachten
Oh, Weihnachten
Ich werde feiern
Solange ich bin

Von Zeiten und Bällen

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Die Zeit danach wollte nicht enden. Auch die Zeit davor hatte nicht enden wollen. Aber kein Vergleich zu dieser Zeit danach. Die Steigerung von endlos ist endloser. Ein Wort, das so fremd nicht klingt.

Warum will die Zeit nicht enden? Hat die Zeit einen Willen? Hat die Zeit ein Ende?

Jede Zeit hat einmal ein Ende.

Wir waren erstarrt.

Doch dann spielte jemand den Ball. Er geriet ins Rollen.

Er rollte und rollte.

Und wollte nicht enden.