Wenn die Milch kalt wird

Ich sitze auf dem Stuhl. Das würde ich nicht wahrnehmen in einem anderen Moment. Doch jetzt ist es ein Teil meines Lebens, weil die Milch kalt wird. Ich spüre das Holz unter meinem Po und die Spannung in jeder Körperzelle. Jede Millisekunde. Ich starre auf den Becher. Fixiere das Weiß mit den Augen, das eine faltige Haut bildet.

Die Milch darf nicht kalt werden.

Wenn die Milch kalt ist, dann ist es zu spät.

Hätte ich die Milch nicht gekocht, wärst du aufgewacht und hättest keine Milch gehabt.

Würde ich dich wecken…

Die Uhr tickt an der Wand. Auf der Sofalehne legt sich der Staub ab, der vorher wie in Zeitlupe glitzernd und leicht im Sonnenlicht durch den Raum schwebte.

Du liegst reglos auf dem Sofa. Ich sitze gerade auf dem Stuhl.

Die Milch wird kalt.

Lieben und Schreiben im Café Irgendwo

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Ich mag Menschen. Ich kenne Menschen und ich lerne neue kennen. Jetzt mehr als noch vor zehn Jahren. Ich möchte so gern über Menschen schreiben. Ihnen nah sein, sie sein. Ich liebe jeden Obdachlosen, der mit seinen offenen Beinen (ja, ich habe schreckliche Blessuren gesehen) auf der Straße liegt. Ich liebe die schöne Frau, die in ihren hautengen Hosen und ihren Stilettos über die Straße trippelt und mich verstohlen mustert. Ich liebe die magere Frau mit den blond gefärbten Haaren und Silikonbrüsten, die so sexualisiert und spiegelnd umher geht, als sei ihr Leben davon abhängig, Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich liebe dieses kleine, braungebrannte Mädchen, das gerade ein riesiges Schachspiel zu seinem Vater trägt. Ich liebe dieses Müslidreieck. Den Geschmack von Körnern und Zucker. Den Kaffee, der alles herunterspült. Das Gefühl in meinem Bauch, wie er sich langsam füllt, das Knurren verstummt. Und mir wird nicht langweilig, es zu schreiben. Ich liebe es, meinen Kugelschreiber über das dicke Papier zu führen, die dickflüssige Müdigkeit, die sich wie Honig über mich ergießt, kann mich nicht davon abhalten. Liebe ich mich? Heute sehr.

New Year’s Resolutions – Meine gute Vorsätze fürs Jahr 2015

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Today once again another bilingual article. You are free to choose the language you trust. 😉 We start with English.

Heute einmal wieder ein zweisprachiger Artikel. Es steht euch frei, die Sprache eures Vertrauens zu wählen. 😉 Wir enden mit Deutsch.

Usually I don’t make New Year’s resolutions. The occasion seems arbitrary and have a lack of motivation for the typical resolutions. Yes, of course, like everyone, I want to be three kilos lighter, sportier, more successful in my career and spend more time with friends and family at once. But these wishes are so vague, that I cannot believe that they actually will be fulfilled. Though I have a lot of plans and ideas in my current phase of life, I want to write some of them down and watch next year at the same time how much of them I could put into practice. How many? Five are too little, twenty too much, so ten.

Here they are: Continue reading

November In Bremen Is Greyt

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November is one of the hardest month for me and my moods. Harder is only the end of january, knowing that winter will go on. Being back to Germany I have to cope with darkness but most of all with the colour grey. Taking these pictures I went to foggy November-Bremen, feeling a bit cold but seeing a lot of greyt things.