Währenddessen

Währenddessen sitzen irgendwo zwei Menschen auf einem Sofa und entspannen sich. Sie haben gerade zu Abend gegessen. Spaghetti mit Soße, weil es heute schnell gehen sollte, aber trotzdem lecker sein. Jetzt sind sie satt, haben den Fernseher angestellt und sehen das Abendprogramm Nicht sehr konzentriert, weil sie sich lebendig unterhalten. Wenn du die Ohren spitzt, kannst du verstehen, wie sie die Sendung ironisch kommentieren, die Sprecher imitieren, aber meistens wirst du bei dem prasselnden Regen nur ihr Gelächter anschwellen und wieder verebben hören.

Ja, dieser Regen, der zieht einem durch Mark und Bein. Die Jacke liegt schon wie ein Sack klatschnass auf meinen Schultern. An der Vorderseite laufen Bächlein herab. Ist angeblich wasserabweisend, die Jacke. Stattdessen friere ich, meine Muskeln sind kalt, mein Körper starr und unbeweglich. Ein vorsichtiger Versuch, den Arm zu bewegen ist noch von Erfolg gekrönt als ich mir die nassen Haare aus dem Gesicht wische, doch meine Beine bewegen sich nicht. So muss ich wohl hier stehen bleiben. Aber das ist nicht so schlimm. Ich lehne mich einfach zurück an die Wand zu der ich mit dem Rücken stehe und denke an das, was währenddessen wohl geschieht.

Solo

ipp

Engagierte Häuser

Vor mir dehnt sich ein großes weißes Blatt.
Die Unzufriedenheit.
Was ist eigentlich Solidarität?
Nicht rennen, weil andere es nicht können?
Ich fühle mich klein und ohnmächtig ob der schreienden Ungerechtigkeiten. Gehe ein wie eine Balkonpflanze in ihrem Kübel, die gelben Blätter hängen schon. Doch wie kann ich ich sein, wenn ich nicht fröhlich sein darf? Wenn das Lachen erstickt wird in Blut und Gedärmen der Bilder, die ich sehe. Mittags, abends. Und morgens? Bin ich müde und erschöpft. Eine schlaffe Luftmatratze, deren goldene Zeiten lang her sind. Die darauf wartet, in einem Keller kompakt gefaltet in einen Karton verstaut zu werden. Ob sie in der nächsten Saison noch gebraucht wird? Wer weiß, ob sie nicht die nächsten Jahre dort liegen bleibt, zugestellt vom Weihnachtsschmuck und den ausrangierten Barbiepuppen. Es wäre einerlei. So müde bin ich.
Manchmal haben wir Träume. Dann wachsen wir heraus aus dieser Welt durch den Horizont in die Gegenwart. Dann gibt es nichts mehr, was zählt, als zu sein.
Manchmal ist selten. Ein Teil Weltbevölkerung erholt sich am Strand. Der andere besteht nur aus Menschen. Ich strauchle und stehe wieder auf als die Solidarität mich vom Weg stößt.