Bald ist Nacht

Es ist Bremer Sommer. Ich tauche mit dem Kopf ein in eisiges Wasser. Beginne sofort zu schwimmen. Ich schwimme schnell, ich schwimme gut. Entferne mich vom Ufer. Das Kreischen wird leiser. Die gleichmäßigen Schwimmbewegungen vertreiben die Kälte aus meinem Körper. Es ist eine Idylle, es ist pures Glück, ich zu sein. Frei zu haben. Frei zu sein. Unter den Blicken der DLRG. Niemand soll ertrinken. Aber was kann mir schon passieren? Ich schwimme seit ich denken kann. Freiwillig. Ich lasse mich treiben und denke daran, dass in Malta der Kapitän eines Schiffes vor Gericht steht, weil er Menschen vor dem Ertrinken gerettet hat. Innerhalb Europas stünde er vor Gericht, wenn er es nicht getan hätte. Hier scheint die Sonne und ich schwimme weiter. Weil ich es kann. Bald wird es dunkel. In Europa beginnt die Nacht.