Flowers of Autumn

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Mein Stadtleben

Da hat man zu tun und tut doch recht wenig. Medienverdrossen und schreibfaul. Blind den edlen Motiven gegenüber. Ab und zu hält man noch drauf. Viel Arbeit führt zum großen Warten. Auf die Zeit danach, die niemals eintritt. Urlaub muss im Herzen beginnen. Sogar in Gießen und zwischen Containern.

Nicht so gründlich

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Irgendwo in Deutschland sitzt eine Frau auf dem Balkon. Ihr blauer Plastikstuhl hat weiße Dehnungsstreifen, wenn sie ihren Fuß gegen die grün angelaufene Brüstung drückt. Ihr unbeteiligter Blick wandert über die verwelkenden Blumen, die einer Reihe von Unkräutern Platz gemacht haben. Wo Frühlingsblumen verblühen, strecken sich Gräser gen Himmel. Ihr sezierender Blick wandert weiter zu ihrem großen Zeh, der nicht gepflegt wie in der Werbung sondern als schrumpeliger, meist unbeachteter Körperteil mit grauen Flecken von ihrem Fuß absteht. Gerade hatte er sich noch mit seinen Nachbarn durch den Dreck bewegt. Rhythmisch abrollend in der Symphonie eines gesundes Fußes. Dirigiert von einer mittelmäßigen Dirigentin. Der Körper, ein gespieltes Lied. Jetzt auf einem Balkon.

Auf dem Boden liegt Dreck. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten zeigt sich eine Mischung aus Staub, Zigarettenasche, toten Fliegen und den verwelkenden Blüten vergangener Jahre. Sie ist keine unordentliche Frau, finde ich. Sie hat immer wieder mal gefegt. Nur eben nicht so gründlich.

Sind tote Fliegen ekelig?

Die Sonne lässt noch auf sich warten. Vielleicht wird sie den Balkon nie erreichen, weil er dem Schatten der umliegenden Häuser verpflichtet ist. Vielleicht gibt es nachher einen Lichtreflex wie ein Schwert, der sich in den Fenstern bricht und der Frau geradewegs ins Gesicht scheint. Falls sie dann noch auf dem Balkon sitzt. Ich persönlich glaube es nicht. Diese Frau hat nicht so viel Geduld.

Hintertür 

Ich machte mich gestern auf zu einem sehr deutschen und korrekten Ort um meiner Bürgerpflicht nachzugehen. Es hatte geregnet, doch wurde langsam heller und ich hatte unter einem Vordach des ehrwürdigen Gebäudes Platz gefunden. Während ich noch telefonierte beäugte mich ein Pförtner, doch ich ließ mich nicht von meinem trockenen Fleck vertreiben, verschwand tiefer in meiner Kaputze. Als ich schließlich die Eingangstür öffnete, war er verschwunden und ich befand mich allein in einem Vorraum. Altes Holz drängte sich von rechts und links auf, Informationsmaterial war nicht vorhanden. Ich wartete ein Weilchen. Dann betätigte ich die schwere hölzerne Drehtür und stand in einem verlassenen Raum vor einer Wendeltreppe. Durch alte Glasfenster im Turm konnte ich auf den Innenhof sehen. Licht fiel herein und zeichnete goldene Muster. Magisch aus einer anderen Zeit.

Ja, ich wusste schon früh, dass ich falsch gegangen war. Dass dieses nicht der Eingang zur Behörde sein konnte. Aber ich trat trotzdem ein. Blieb stehen und starrte die Treppe an. Widerstand der Verlockung, die Stufen zu erklimmen. Eine Person kam und führte mich durch lange Gänge und Türen dorthin, wo ich hingehörte. Zu den anderen Bürgern.

Das Leben bringt einen meistens zurück auf die Schienen. Dabei sind wir gar keine Züge.

Holidays in Lübeck

Starting with the atmosphere. Streets from an ancient time where you can hide at night behind a corner with a beating heart from your own shadow. And then again: Bricks! Backstein!

Take a coffee, find an art gallery, eat an expensive ice cream. Welcome to Lübeck!

You can find here: Marienkirche, Heiligengeist Hospital, River Trave, Holstentor and many more. 🙂