Ein neues Design

Es hat gedauert, aber ich habe ein neues Design gewählt. Dabei habe ich mich nicht kreativ betätigt, sondern vielmehr  Dinge stumpf durchgeklickt in der Hoffnung, dass mir irgendetwas spontan gefiele und dann entnervt aufgegeben. Aber ich mag mein Foto. Außerdem wird Form eh überbewertet, nicht wahr? Was zählt, ist der Inhalt.

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So schreibe ich mir durch die kalten, wechselhaften Tage, die eigentlich schön sind mit ihrer Sonne, die kitschig in Regentropfen glitzert. Solange ich mir keine Inhalte traue, werde ich weiter an der Form feilen.

Zustandsbeschreibung

Manchmal frage ich mich, wie glücklich ich gerade bin. Oder wie unglücklich. Aber das wäre zu pessimistisch formuliert. Ich bemühe mich trotz allem Unheil in der Welt positiv zu denken. Positiv zu schreiben. Einfache Aussagen zu treffen. Eine Nummer auf einer Skala von eins bis zehn könnte ich wählen. Ein beliebtes Mittel der Kategorisierung von Zuständen, zum Beispiel in der Psychotherapie. Ein eigenartiges Mittel, einem Gefühl eine Nummer zuzuordnen. Etwas Subjektives etwas Rationalem.

Wie glücklich bin ich heute? 

So glücklich, dass ich lange wach geblieben bin.

So glücklich, dass ich meine Füße gegen eine heiße Wärmflasche gedrückt habe, bis sie fast verbrühten. 

So glücklich, dass ich lebe und mich mit Neugier frage, was morgen passieren wird.

Das klingt religiös. Ist es aber nicht. Vielleicht nutzt man den Begriff “religiös”, wenn es um Sonderbares geht. Wenn es um Gefühle verwirrender Uneindeutigkeit, Sehnsucht, Sinnsuche und Leere geht. 

Wie glücklich bin ich?

Wie bin ich glücklich?

Sportplatz

Die lauten Rufe der Fußballspieler, die des eisigen Wetters trotzen, hallen über den Platz hinaus, springen durch die Bäume, messen sich mit dem Dröhnen des Laubbläsers. Die Sonne scheint mild und orange, blendet ohne zu wärmen, verschwindet, bevor man sich an sie gewöhnen kann. Das Spiel geht weiter, die Wölkchen vor den Mündern sind weiß. Wir nähern uns den dunklen Tagen. 

Erhellen

In der Dunkelheit der vorübergehenden Oktobertage sind wir noch nicht bereit den Winter zu akzeptieren und suchen nach den Zeichen des Lebens. Auch wenn wir sie nicht finden, spiegeln doch unsere Augen das Licht vergangener Tage. 

Kleines Gerät, das du unseren Alltag bestimmst, erhelle doch diesen Moment!


Im Blumenkasten meines Lebens ein einsamer Bote der Sonne.

Erster-Urlaubstag-Traum

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Normalerweise sind mein Leben, mein Denken und ich am Morgen viel zu abstrakt für diesen Blog. Dennoch sitze ich hier und halte meinen Traum fest. Ein-Sonntag-auf-Montag-Traum, der es in sich hatte. Entwaffnend in seiner Klarheit, beschämend in seiner Botschaft. Westentaschenpsychologie, du hast mich bloßgestellt!

Es ist Montag und ich gehe zur Arbeit. Es ist nicht irgendein Tag, heute ist eine Veranstaltung, ein Event, ich weiß es nicht genau. Aber ich weiß, dass meine Anwesenheit notwendig ist. Unbedingt! Ich organisiere, spreche mit verschiedenen Leuten, renne von A nach B. Jemand drückt mir den “Spiegel” (Was für ein anmaßender Titel für eine Zeitschrift!) in die Hand. Meine Mitarbeiter haben ein Interview gegeben (Größenwahn also auch!) und sich anschließend alle in Unterwäsche mit unseren Bewohnern fotografieren lassen. Ich renne mit dem Heft ins Freie, raufe mir die Haare. Musste das nur sein? Irgendwo wartet mein Chef auf eine Erklärung. Ich vertage das Problem und verteile Papiere an Bewohner und jeweils drei Fahrkarten mit dem Namen des Empfängers (Warum drei??). Während ich noch in einem Café auf Kollegen treffe, die ich alle duze und die mich pikiert siezen, fragt mit jemand aus dem Nichts: “Hast du nicht eigentlich Urlaub gehabt?” Und mir fällt es wieder ein! Ja. Ich hätte Urlaub gehabt. Aber warum? Wie konnte ich mir bloß Urlaub nehmen? Heute wäre das ja nun wirklich nicht möglich gewesen. Hoffentlich merkt es keiner…

Und die Aufwachphase setzt ein. Zu spät um pünktlich zu sein.

Peinlich und beschämend, dieser Traum? Entlarvend?  Vielleicht. Ich bitte die Lesenden bei der abschließenden Beurteilung meines Daseins nicht zu vergessen: Ich träume auch noch ganz andere Sachen!

Oh du schöner sonniger Montagmorgen! Ich habe Urlaub! 🙂